August 2011,

In tiefer Anteilnahme

Gedenkgottesdienst zur Loveparade-Katastrophe

Vor einem Jahr wurde aus einer fröhlichen Veranstaltung eine Katastrophe, die die Welt bewegte. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg kam es am späten Nachmittag zu einer Massenpanik, 21 Menschen starben, hunderte wurden zum Teil schwer verletzt.

Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen, des technischen Hilfswerkes, der Feuerwehr und der Polizei waren im Einsatz und kämpften um jedes einzelne Leben. Viele konnten gerettet werden, für einige kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Am 24. Juli 2011, ein Jahr nach der Katastrophe, fand ein zentraler Gedenkgottesdienst im Duisburger MSV-Stadion statt. Rund 7000 Besucher, darunter die Angehörigen der Opfer und zahlreiche Helfer, verfolgten den bewegenden Gottesdienst, der durch Weihbischof Franz Grave geleitet wurde. Es wurde dem Wunsch der Hinterbliebenen entsprochen, nicht nur Trauer, sondern auch Trost und Hoffnung in der Messe zu vermitteln. Es wurden viele Lieder gesungen, die eben dies widerspiegelten.

Bei den sehr emotionalen Reden von der Mutter einer Verstorbenen, einer Überlebenden und eines Rettungssanitäters kam in den Besuchern ein tiefes Mitgefühl auf. Die Redner versuchten gefasst zu sein, doch die Erinnerung an das Erlebte zwang sie zeitweise zu einer Redepause. Die Gefühle übermannten Sie, Pfarrer Dr. Uwe Rieske, Landespfarrer für Notfallseelsorge, musste tröstend einwirken und Kraft zum Weiterreden geben.

Die von den Rednern beschriebenen Erlebnisse kamen auch bei vielen Helfern des Malteser Hilfsdienstes auf. Fast 100 haben sich an diesem Tag in Duisburg getroffen, um an dem Gedenkgottesdienst teilzunehmen. In der Duisburger Dienststelle wurde zunächst zum Imbiss und zu Gesprächen eingeladen, im Anschluss fuhr man gemeinsam zum Stadion. Viele haben diesen Einsatz noch nicht verarbeitet, der Gottesdienst gab den Helfern die Möglichkeit, einen inneren Abschluss zu finden. Besonders die Reden halfen vielen zu Erkennen, dass sie vor einem Jahr eine unglaubliche Arbeit geleistet haben und sich keiner Schuld bewusst sein müssen. Der Dank der Redner galt ihnen.

Die Malteser waren vor einem Jahr mit über 300 Kräften im Einsatz, ein Großteil bestand aus ehrenamtlichen Helfern. Man wollte etwas erleben, seinen eigenen Horizont erweitern und neue Menschen kennenlernen. So einen Einsatz hat niemand erwartet. Auf Alkoholvergiftungen und Schnittwunden war man eingestellt, auf junge Menschen, die um ihr Leben kämpfen, nicht. Jeder hat sein Bestes getan und konnte unzählige Leben retten, doch die Verstorbenen bleiben tiefer im Gedächtnis.

Zum Ende der Messe wurden die Namen der Todesopfer verlesen und 21 Sonnenblumen durch Kräfte der Hilfsorganisationen auf dem Rasen niedergelegt. Eine anschließende Schweigeminute nutzten viele für Gebete oder zur stillen Trauer. „Selbst nach einem Jahr kann man immer noch nicht verstehen, was da schreckliches passiert ist.“, kommentiert der Malteser Diözesanleiter Axel Lemmen knapp. Er und viele andere Malteser werden den 24. Juli 2010 niemals vergessen.

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