Trauer um die Opfer der Loveparade
Die Tage nach der Katastrophe standen neben der Trauer um die Opfer, ganz im Zeichen der Verarbeitung des Geschehenen. Nicht nur Fahrzeuge und Material mussten wieder in Einsatzbereitschaft gebracht werden, insbesondere die Erlebnisse der Sanitäter galt es zu bewältigen. Die Loveparade-Helfer führten zahlreiche Gespräche miteinander und mit Notfallseelsorgern, die gleich nach dem schweren Einsatz in Duisburg bereitstanden.
Die Einsatzkräfte bekommen Unterstützung, um das Geschehen zu verarbeiten. Für die weitere und langfristige Betreuung an ihren Heimatstandorten stehen ausgebildete Kräfte bereit. „Helfer benötigen nach solchen Situationen auch Hilfe“, sagt Sören Petry, Bundeseinsatzleiter der Malteser für die Psychosoziale Notfallversorgung. Er weist auf die notwendige Ruhephase für Einsatzkräfte nach einem Einsatz wie in Duisburg hin. „Was die Einsatzkräfte erlebt haben, war schlimm, eine Tragödie“, sagt er. Jetzt müssen sich die Helfer ausruhen und wieder zu Kräften kommen. Reaktionen wie nächtliche Unruhe, Verspannungen, die Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Handelns seien jetzt normal. Jeder Mensch könne diese Reaktionen haben, sagt der Experte. Noch sind die Sanitäter und Rettungskräfte „voll mit Emotionen“. Rund 76 Stunden dauert diese Phase. Je nach Alter, Erfahrung und dem Erlebten kann sie aber auch nicht nur einige Tage, sondern bis zu drei Wochen dauern. Unmittelbar nachdem das Aufgewühltsein vorüber ist, setzen erste Reflektionen über das Geschehen ein: „Was habe ich getan, was konnte ich nicht tun?“
Von Einsatzkräften wird Abstand zum Erlebten erwartet, weil ohne Abstand eine professionelle Hilfe unter hohem Druck nicht möglich ist. Jede Frau und jeder Mann, die oder der als Sanitäter zu einem Einsatz fährt, ob haupt- oder ehrenamtlich, weiß das. Deswegen rät Petry jeder Einsatzkraft, die Nachsorge-Angebote der Psychosozialen Notfallversorgung in Anspruch zu nehmen. Reden hilft, lautet der Grundsatz nach einem Einsatz. Durch das Gespräch mit kompetenten Kollegen, der Familie und Freunden, manchmal mit psychologischen Fachkräften, bauen sich die Helfer für den nächsten Einsatz auf. Aber alle beten, dass sie nicht noch einmal etwas erleben müssen wie in Duisburg.
Lob und Anerkennung von allen Seiten
Auf das Entsetzen über die Katastrophe folgten Lob und Anerkennung von allen Seiten: So dankte das Generalsekretariat des Malteser Hilfsdienstes allen Helfern in einem Schreiben unter anderem mit den Worten: "Trotz des unvorstellbaren Ausmaßes der Katastrophe haben Sie mit großer Professionalität den Einsatz durchgeführt und Ihre Aufgaben wahrgenommen. Ihre großartige Arbeit verdient höchsten Respekt!" Die Diözesanleitung der Malteser schrieb den Einsatzkräften: "Sie haben ein unglaubliches Engagement gezeigt. Jeder hat an seinem Platz sein Bestes gegeben und dazu beigetragen, die schlimme Lage in den Griff zu bekommen. Wir sind sehr stolz auf Sie!"
Am Samstag, den 31.07.2010 fand in der Duisburger Salvator Kirche eine zentrale Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe statt.





