Wenn kein Rückzug mehr möglich ist!
Fortsetzung des Präventionsprogramm “Deeskalation“
Das Rettungskräfte in lebensrettenden Einsatzen behindert, beleidigt oder sogar physisch angegangen bzw. angegriffen werden, gehört immer häufiger zum Alltag eines jeden Rettungsdienstler. Gewalt- und Angsterfahrungen im Rettungsdienst bedeuten psychologisch den Verlust von Handlungskontrolle.
Dies sind die Ergebnisse einer Befragung der Ruhr-Universität Bochum, die die Malteser in Nordrhein-Westfalen vergangenes Jahr in Auftrag gegeben haben. Anhand dieser wichtigen Befragung, an der sich 265 Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes aus 21 Rettungswachen in Nordrhein-Wetfalen beteiligten wurde klar, dass Handlungsbedarf besteht.
Deswegen musste schnell und fachgerecht gehandelt werden, um die eigenen Kollegen zu schützen und dem eventuellen
Verlust von Handlungskontrolle entsprechend vorzubeugen. So wurde ein neues Präventionsprogramm der Malteser gestartet, das am 1. August 2011 erstmalig in Dortmund statt fand. Die Fortsetzung dieses Präventionsprogramms wurde am 13.08.2011 in Duisburg in einer Judohalle der Sportschule Wedau fortgeführt.“Deeskalationstraining im Rettungsdienst“ war das Motto, das unter der
Organisation Krav Maga Defcon® realisiert wurde. Krav Maga ist die Selbstverteidigungstechnik, die beispielsweise die israelische Armee lehrt. Die Zielsetzung besteht darin, Rettungsfachpersonal effektive, einfache Methoden an die Hand zu geben, um sich gegen Gewalt (sei es verbal oder nonverbal) behaupten zu können. Jedoch wurde zunächst die Theorie vertieft, indem bewusst gemacht wurde, wie wichtig es ist, sich in bestimmten Situationen richtig und angemessen zu verhalten.Vier Trainer unter der Anleitung von Selbstverteidigungsexperte und Buchautor Armin Berberich stellten an diesem Tag die Rettungsdienstler aus Duisburg und Essen vor neue und alte Herausforderungen, indem das neu erlernte Fachwissen und die erweiterten Techniken angewendet werden konnten und in mehreren Fallbeispielen trainiert wurden. Besonders gut war die Fehleranalyse der Trainer, die durch ihre vieljährige Erfahrung des Polizeidienstes genaue Verhaltensmuster erkannten und diese an die Rettungsdienstler weiter vermittelten. An diesem Tag haben die Rettungsdienstmitarbeiter der Malteser aus Duisburg und Essen so manches Wechselbad der Gefühle miterlebt und dabei gelernt, wie man sich in unklaren Situationen fachgerecht verhält. So wurde beispielsweise erörtert, wann es sinnvoll ist, in verbalen Durchsetzungssituationen mit deutlicher, lauter Stimme, oder aber mit beruhigender, leiser Stimme zu agieren.
Darüber hinaus wurden Techniken vermittelt, die den Rettern die Möglichkeit bietet sich aus gefährlichen Situationen zu befreien, wie man sich wehrt und wie man beispielsweise einen Schlag oder eine Umklammerung abwehren kann. Wobei nie der Fokus der Deeskalation verloren ging. Durch Nachbesprechungen mit den Kollegen wurde schnell festgestellt, dass nicht nur ein verbessertes Körperbewusstsein und eine verbesserte Kondition erlangt werden kann, sondern dass zudem das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gesteigert werden.
Die Retter gehen nun selbstbewusster in den Einsatz, weil sie gelernt haben, mit ihrer Körpersprache ihrem Ausdruck, Ihrer Handhaltung und letztlich ihrem Auftreten jeden Einsatz zu meistern.





